Denunziationen und Massenhysterie – Die Theater-AG des Tausgymnasiums präsentierte Arthur Millers „Hexenjagd“

Denunziationen und Massenhysterie – 

Die Theater-AG des Tausgymnasiums präsentierte Arthur Millers „Hexenjagd“


Am 12.04. und 13.04.2019 führte die Theater-AG des Gymnasiums in der Taus das Stück „Hexenjagd“ von Arthur Miller auf. Im ausverkauften Bandhaustheater wurden die Zuschauer in die Situation der Hexenprozesse um Salem, einer amerikanischen Gemeinde im heutigen Massachusetts, entführt. Das auf realen Vorkommnissen des 17. Jahrhunderts basierende Drama handelt von einer Gruppe Mädchen, die in der streng puritanischen Gemeinde keinerlei Vergnügungen, einschließlich des Tanzes, nachgehen durften.

Und so beginnt auch das von den Theater-AG-Leiterinnen Annette Mennenkamp und Cathrin Tissot inszenierte Stück mit einem heimlichen Tanz einer Gruppe Mädchen (Anna Balinger, Johanna Beck, Giogia Kopf, Collien Möhle, Hannah Wiedenhorn, Emily Wölfer) im Wald. Beobachtet werden sie dabei von Pastor Parris (Quentin Köngeter), der damit der Auslöser der nun folgenden Ereignisse ist.

Um Strafen zu entgehen, täuschen die Mädchen um Abigail Williams (hervorragend gespielt von Lina Friton) Krankheit vor und beginnen andere Bürgerinnen zu denunzieren und ihnen Verbindungen mit dem Teufel nachzusagen. Im Fokus steht dabei besonders Elisabeth Proctor (sehr überzeugend Majlinda Prushi), die von ihrem Mann John (sehr stark gespielt von Jonas Heck) mit Abigail Williams betrogen wurde. Die Ereignisse spitzen sich zu und mehrere Frauen der Gemeinde, u.a. Tituba (gespielt von Julia Reiff) werden zum Tode verurteilt. Einer der wenigen, der das Spiel durchschaut, ist Pastor Hale (Elena Petkovski). Doch kommt auch er nicht gegen die starke Verbundenheit der Mädchen an und muss am Ende ebenso scheitern wie das Gericht (Paul Simon als Richter Thomas Danforth und Simon Zügel als Gerichtsdiener), welches erst spät die Falschurteile und Intrigen erkennt.

Gestützt wurde die Inszenierung des eindringlichen Stoffs durch ein puristisches Bühnenbild, welches aus lediglich acht Regalen bestand und so die Einfach- und Beschränktheit der Gemeinde darstellte. Ausbrüche aus diesen strengen Regeln wurden vor allem musikalisch auf die Bühne gebracht und gipfelten in einem Tango der beiden Hauptdarstellerinnen Majlinda und Lina, die perfekt miteinander agierten und die Rivalität der beiden Frauen nicht deutlicher hätten zeigen können.

Technisch unterstützt wurde die Theater-AG von Hannes Ischinger und Jan Reiff, die für die Beleuchtung und den Ton zuständig waren.

Am Ende der Aufführungen waren sich viele Zuschauer einig, dass sich die Theater-AG auch dieses Jahr wieder ein sehr schwieriges Stück ausgesucht hat, was einen sehr zum Nachdenken über die eigene Haltung und zum Umgang mit Vorurteilen anregen sollte. Der Mut, sich an diesen Stoff zu wagen und ihn durch eine gewagte Neuinszenierung darzubieten, hat sich in den Augen des Publikums gelohnt, welches diesen Aufwand mit viel Applaus zu würdigen wusste.

Bericht: R. Brock, 16.04.2019